Es war einmal ein Mädchen Sabine. Die war so faul, das sie die Faulsten übertraf. Wenn das Schuljahresende heranrückte, verbesserte sie ihre Leistungen so weit das sie gerade noch in die nächste Klasse versetzt wurde. So ging es jetzt schon 5 jahre. Sabines Eltern gaben ihr immer festes Taschengeld, das sie jede Woche bekam. Da sie sahen das Sabine sich nicht bessern wird, gaben sie ihr kein festes Taschengeld mehr. Sie sagten zu ihr, das es für jede Eins eine Mark gibt und für jede Zwei 50 Pfennig. Ihr wollte es gar nicht gefallen.Morgen wollten sie eine Arbeit schreiben und deshalb kramte sie ihre Schulsachen hervor. Ihre Eltern sahen sie den ganzen Nachmittag lernen. Sabines Eltern, die immer gut zu ihr waren, glaubten das sich ihre Geduld jetzt gelohnt hat. Aber sie wußten ja nicht was sich daraus ergeben wird.
Gleich 2 Tage später bekamen sie die Arbeit wieder. Der Lehrer lobte Sabine vor der ganzen Klasse, weil sie eine 1 geschrieben hatte. Auch die Eltern freuten sich und gaben ihr das versprochene Geld. Lehrer und Schüler sahen in Sabines Hefte nur noch Einsen. Aber eines wollten ihnen nicht gefallen, sie sahen Sabine überhaupt nicht mehr außerhalb de rSchule. Sie freuten sich, das ihre Eltern, sie zum Lernen gebracht haben.Aber wie! Ihr Klassenlehrer machte einen Elternbesuch ohne sich vorher anzumelden. Er hatte Glück. Ihre Eltern waren zu Hause. Er fragte sie, ob sie mit ihrem Kind zufrieden sind. Die Eltern sagten: "Wir sind mit der Leistung jetzt zufrieden, aber mit der Haltung nicht mehr." Vorher ging sie immer einkaufen und spielen. Aber jetzt sitzt sie nur noch und lernt. Da erklärten ihm die Eltern, das sie jetzt Leistungsabhängiges Taschengeld bekommt. Da braucht man sich ja nicht zu wundern, wenn der Schüler zu einem Streber wird.Wir wissen keinen Ausweg mehr, erklärte die Mutter.
Wir nehmen uns Sabine im Klassenkollektiv mal vor und ihr gebt ihr wieder festes Taschengeld. Dann werden wir ja sehen, was daraus wird. Sonst müssen wir uns etwas härteres ausdenken, gab der Lehrer zum Vorschlag. Die Eltern waren einverstanden. Als der Lehrer ging war es schon spät und sie wollten Sabine nicht mehr wecken. Am anderen Morgen sagten sie ihr, das sie wieder festes Taschengeld bekommt, aber jeden Monat etwas.
In der Schule sagte der Lehrer zur Klasse das heute Pioniernachmittag ist. Am Nachmittag waren alle Pioniere da, auch Sabine, denn da hatten ihre Eltern für gesorgt.
Die Versammlung eröffnete Klaus, der Gruppenratsvorsitzende. Um ihn herum saßen lauter Mädchen, die dem Gruppenrat angehörten. Nach dem" Seid Bereit, immer bereit" wurde den Thälmannpionieren erst klar worum es ging. Sabine, die Klaus seine Rede gehört hatte wußte jetzt warum der Lehrer gestern einen Elternbesuch gemacht hatte. Doch plötzlich rief Klaus sie auf und sagte das sie ihr ganzes verhalten erklären solle, da sie doch mit die besten Eltern hat. Da rief einer dazwischen: " Die waren zu gut." Die anderen stimmten mit ein. Sabine stand auf und stand stumm vor der ganzen Klasse. Sie schämte sich hier alles offen zu sagen. Dann nahm sie all ihren Mut zusammen, aber sagte nichts. Nur weil Klaus sagte: "Nu, was ist!" Da fing Klaus nochmal an und sagte: "Jetzt stehste da, wie eine beleidigte Leberwurst." Hättest dir vorher überlegen sollen zu lernen. " Ich hab doch gelernt,"verteidigte sie sich. Aber wie! Du hats alles um dich herum vergessen und nur für das Geld gelernt. Vorher warst du aber immer stinkent faul, mischte sich der dicke Franz ein, der in der hintersten Bankreihe sitzt. Ich will mich aber bessern, sagte Sabine. Hartmut, der Sabine mag, sagte: "Nun gebt ihr eine Chance!" Na gut, sagte Klaus. Aber wenn es nicht hilft, dann werden wir wieder zusammen kommen und uns eine Strafe für sie ausdenken. Und die Klassenfahrt darf sie dann auch nicht mitmachen.Der Lehrer und die Schüler waren einverstanden.
Sabine, die nicht mehr für Geld lernte, hatte mehr Freizeit und blieb mit eine der guten Schüler.
Ende des 6 Schuljahres bei der Zeugnisübergabe bekam sie vom Patenbetrieb der Klasse eine Auszeichnung für "Gutes Lernen". Eigentlich habe ich doch die Auszeichnung gar nicht verdient, oder doch!
Diese Frage ging ihr noch lange durch den Kopf. Denn sie kann etwas leisten, wenn sie will.
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